Exil

von Lion Feuchtwanger
In einer Bearbeitung von Luk Perceval und Sibylle Baschung
Do 29.12.
19:30 Uhr
  • Anschl. Publikumsgespräch
  • with English surtitles
Fr 30.12.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
Großes Haus
3 Std
1 Pause
Premiere
#BEexil

Paris, 1935: eine pulsierende Großstadt mitten in Europa. Eine Stadt, die zum Exil-Ort wurde für Tausende, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 Deutschland verlassen mussten. Noch liegt der bisher größte und verlustreichste Krieg der Menschheitsgeschichte unvorstellbar vier Jahre in der Zukunft. Doch die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler markierte bereits 1933 das Ende der parlamentarischen Demokratie und den Beginn einer Diktatur. Als einer der Ersten erkannte Lion Feuchtwanger, Sohn eines jüdischen Fabrikanten, schon in den 20er-Jahren die Gefahren, die von Hitler und seiner Partei ausgingen.

In seiner "Wartesaal"-Trilogie, deren letzten Teil Exil er kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beendete, gelingt es ihm, diese "Zeit des Wartens" lebendig zu machen – für die Nachgeborenen, die nicht würden begreifen können, warum die meisten untätig blieben und selbst die, "die richtige Erkenntnisse hatten, so seltsam und unbegreiflich dahinlebten", während die Gewalt der nationalsozialistischen Herrschaft immer konkreter wurde. Feuchtwanger beschreibt Menschen, die alle mit der Frage kämpfen, was es heißt, in dieser Situation "das Richtige" zu tun. Es sind Geschichten von Karrierismus, Opportunismus, Unterdrückung, Zivilcourage, Liebe und Verrat. Was ist "das Richtige"? Und was ist man bereit, dafür aufs Spiel zu setzen?

Besetzung & Regieteam

als Sepp Trautwein
als Anna Trautwein
als Hanns Trautwein
als Erna Redlich
als Walther Reichsfreiherr von Gehrke („Spitzi“), u.a.
als Erich Wiesener
als Maria Hegner
als Lea de Chassefiere
als Raoul de Chassefiere
als Franz Heilbrun / Leonhard Riemann
als Louis Gingold
als Konrad Heydebregg, u.a.
  • Regie: Luk Perceval
  • Bühne: Annette Kurz
  • Mitarbeit Bühne: Emmanuelle Bischoff
  • Kostüm: Ilse Vandenbussche
  • Musik: Rainer Süßmilch
  • Sound Engineering: Jannes Noorman
  • Choreografie: Ted Stoffer
  • Licht: Rainer Casper
  • Bewegungschor: Charlotte Brohmeyer, Bar Gonen, Giada Grieco, Ji Sun Hagen, Liadain Herriott, Valeriia Kuzmenko, Ilil Land-Boss, Aaron Lang, Anela Luzi, Aldo Spahiu, Madeleine Rose White, Alina Yeshchenko
  • Dramaturgie: Sibylle Baschung
 

Pressestimmen

10 Pressestimmen

"Er verdichtet diesen Wälzer mit so viel emotionalem Gespür zu einem spannungsreichen Plot, dass seine Inszenierung es mit jedem Hollywood-Blockbuster aufnehmen kann."

RBBkultur

"Oliver Kraushaar und Pauline Knof spielen dieses traurige Paar so, wie die ganze Inszenierung ihren Stoff adaptiert: mit ungekünstelter Hingabe und leidenschaftlicher Genauigkeit."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Luk Perceval, einer der großen Geschichtenerzähler des europäischen Theaters, hat das am Berliner Ensemble sehr klar, schlackenlos und gerade in der Nüchternheit berührend inszeniert."

Süddeutsche Zeitung

"Das ist großes, wunderbares Schauspieler:innen-Theater und auch die Choreografien, bei denen Tänzer:innen auf dem Eiffelturm balancieren oder durch die Zeitungsredaktion hetzen, sind virtuos."

RBB Inforadio

"Das Wunderbare an diesem gut dreistündigen Theaterabend ist die atmosphärische Dichte, die in diesem Wartesaal entsteht. Das große und großartige Schauspielerensemble kann verschiedene Charaktere und skurrile Typen auf die Bühne bringen, denen man aufmerksam folgt."

Berliner Morgenpost

"Ein großer Abend."

Münchner Merkur

"Das vom Publikum gefeierte Ensemble und Luk Perceval mit seinem Team geben keine vordergründigen Antworten. Aber sie pflanzen die Fragen in die Köpfe des Publikums."

RND

"Nach der Pause, wenn die vielen Erzählfäden endlich ausgelegt sind, verdichtet sich die Inszenierung zu einem mit bedingungsloser Härte ausgefochtenen Kammerspiel ums Überleben."

TAZ

"Auf keinen Fall verpassen!"

Radioeins

"Luk Perceval lässt die Akteure ihre Gedanken ganz leise in Mikroports sprechen. So entsteht eine große emotionale Intensität. Wir tauchen ein in das Gefühlsleben der Figuren, spüren ihre Verlorenheit - passend zum Bild des Wartesaals, das durch die Stühle auf der Bühne vermittelt wird."

SWR2
 

Mit freundlicher Unterstützung durch die Aventis Foundation.