Die Dreigroschenoper

nach John Gay’s Beggar’s Opera
Von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann
Bertolt-Brecht-Platz 1
10117 Berlin
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Theaterkasse

+49 30 284 08 155
theaterkasse@berliner-ensemble.de

Der Vorverkauf für alle Vorstellungen bis zum Spielzeitende am 14. Juli 2024 läuft. Der Vorverkauf für August/September startet am 3. Juli. Unsere Theaterkasse hat montags bis samstags von 10.00 Uhr bis 18.30 Uhr für Sie geöffnet.

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Mit ihren legendären Songs und einer unverschämt wie klug auf Sozialkritik umgearbeiteten, im Kern trivialen Geschichte um Liebe, Verrat, Geschäft und Moral wurde die 1928 am Berliner Ensemble uraufgeführte Dreigroschenoper zu einem weltweiten Überraschungshit. "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral", lauten die berühmten Zeilen – doch wer im Wohlstand lebt, lebt zwar angenehm, ist aber noch lange nicht gut. So haben Mackie Messer, Peachum und Co vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn skrupellos durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern. Denn wer wäre nicht gern gut? 

Mit seiner Interpretation hat Barrie Kosky die vierte Neuproduktion inszeniert – am Ort ihrer Uraufführung vor knapp 100 Jahren.

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, lauten die berühmten Zeilen – doch wer im Wohlstand lebt, lebt zwar angenehm, ist aber noch lange nicht gut. So haben Mackie Messer, Peachum und Co notgedrungen vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn ohne Skrupel durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern oder gar zu beschönigen. Denn wer wäre nicht gern gut? 

In Barrie Koskys Lesart wird die Dreigroschenoper zu einer Großstadtballade über Menschen, die in einer funktionalen, nüchternen Welt ihr Glück suchen. Das würde zunächst damit beginnen, dass man nicht ständig befürchten muss, übervorteilt zu werden oder zu kurz zu kommen. Doch eben das ist in der Welt, die Brecht beschreibt, nicht der Fall. Im Gegenteil. Die Angst vor dem Absturz lauert im System, das keine Regeln, sondern nur Gewinner:innen oder Verlierer:innen kennt: Zerrspiegel des totalen Kapitalismus. So sind es bei Brecht nicht menschliche Untugenden, die gesellschaftliche Missstände erzeugen, sondern umgekehrt. Um daraus jedoch entsprechende Schlüsse zu ziehen und an den Verhältnissen grundsätzlich etwas zu ändern, sind die Figuren zu sehr damit beschäftigt, anderen und sich selbst etwas vorzuspielen. 

Gespielt wird mit gängigen, bis zum Klischee geronnenen Vorstellungen von der einmaligen Liebe als romantische Zweierbeziehung, mit Ideen von ewiger Freundschaft, von familiärer Fürsorge und von Mitleid als unabdingbare Voraussetzung für den Kampf gegen Unrecht; mit Versatzstücken aus dem Melodram, aus moralischen Rührstücken, aus Groschenromanen, aus dem Singspiel, der Oper, der Operette und vielem mehr. Die Autoren haben sich damit einerseits einen großen theatralen Spaß erlaubt und gleichzeitig erzeugt dieser ganze falsche Schein viel Einsamkeit, in manchen Fällen vielleicht so etwas wie „splendid isolation“, in anderen führt der Weg eher ins Dunkel, in all die gesellschaftlichen Bereiche, die ausgeschlossen werden. Brecht gelingt das Kunststück, über soziale Kälte zu erzählen, ohne die Figuren herzlos erscheinen zu lassen. Ihr Verlangen nach Nähe und Verbindlichkeit bleibt vor allem dadurch präsent, dass es sich nicht erfüllt – und durch die unvergessliche Musik von Kurt Weill.

Barrie Kosky, dem Berliner Publikum als Chefregisseur und Intendant der Komischen Oper bekannt, übernimmt die vierte Neuinszenierung der Dreigroschenoper an diesem Theater. Er hat sich unter anderem auch mit seiner Lust an zeitgenössischer und frecher Unterhaltung einen Namen gemacht. Kosky gehört zu den gefragtesten Opernregisseure der Gegenwart. Engagements führten ihn rund um die Welt. Unter der Intendanz von Oliver Reese inszenierte er auch Schauspiel am Deutschen Theater sowie am Schauspiel Frankfurt.

von Sibylle Baschung

Digitales Magazin

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Pressestimmen

"Ja, darauf haben wir zu Recht so lange gewartet: Auf diesen Paukenschlag, auf dieses Glitzern. Diesen Einfallsreichtum, diese überbordende Spiellaune. Spot on, die Theatermaschine läuft wieder: Am Berliner Ensemble inszeniert Barrie Kosky Brechts 'Dreigroschenoper' und schenkt der Theaterhauptstadt einen neuen, rasanten Renner."Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Working with a flawless cast from the theater’s acting ensemble, Kosky has produced something full of savage and gleeful menace — and the firecracker score has rarely sounded better."New York Times

"Wer in Berlin ist und eine Karte ergattert, sollte sich diese Dreigroschenoper ansehen!“Die Zeit

"Eine fulminante, radikal entrümpelte Neudeutung von Brecht/Weills 'Dreigroschenoper'."Berliner Zeitung

"Der Sensationserfolg des Jahres!"RBBKultur

"The director brings great urgency and panache to this scathing critique of capitalism, with knockout performances in a bold and seductive show."The Guardian

"Das Berliner Ensemble hat wirklich einen neuen Hit gelandet."Deutschlandfunk Kultur

"Die Kosky'sche Neuauflage der Dreigroschenoper wird dem BE, genau wie damals Ende der 1920er-Jahre, einen neuen Kassenschlager bescheren."RBB 24

"Nico Holonics ist die ideale Besetzung für diesen Mackie Messer: Er kann wunderbar einen Typen spielen, der rau ist, brutal, und gleichzeitig sexy und liebevoll."RadioEins

"Barrie Kosky’s brilliant makeover of Brecht, Weill and Hauptmann’s flawed masterpiece leaves you wondering how it could be performed any other way."Limelight

"Unbedingt empfehlenswert!"RBB Inforadio

"An artistic triumph and a box-office smash."New York Times

"Obwohl es Koskys erste Arbeit mit den Schauspielern des Berliner Ensembles ist, wirkt der Abend wie bei einem eingespielten Team. Nico Holonics brilliert als Mackie Messer fernab der gängigen Klischees als Mischung aus Schwiegermutters Liebling und rücksichtslosem Gangster. Cynthia Micas als Polly begeistert mit ihrer Energie und dem Selbstbewusstsein, das sie ihrer Figur zuschreibt. Constanze Becker gelingt als ihrer Mutter mit kleinen Gesten eine große Wirkung und Tilo Nest als Jonathan Peachum überzeugt als jovialer Unternehmer."Berliner Morgenpost

"Ein phänomenaler Theaterabend."Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Mit ihrem zündelnden Mackie haben Kosky und Holonics überhaupt eine Interpretation dieser Figur vorgelegt, wie sie kaum Vorgänger haben dürfte. Ein Nachtschattengewächs mit schwarzumrandeten Augen und dicken Ringen an den Fingern, offenkundig dauerdruff in dürftiger Zeit. Holonics spielt ihn als Alphatier, zerstörerisch und charmierend, irre und witzig, speichelnd und schwitzend."Nachtkritik.de

"Den Schauspielern des Berliner Ensembles beim Singen zuzuhören ist – kurz gesagt – ein Ereignis."Neues Deutschland

"Mit dieser hellen, burlesken, erfrischend aufgeräumten Inszenierung ist Barrie Kosky eine grandiose Dreigroschenoper gelungen, von der Berlin noch lange träumen wird."Märkische Oderzeitung

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