Die Dreigroschenoper

nach John Gay’s Beggar’s Opera
Von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann
Sa 06.11.
19:30 Uhr
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
  • with English surtitles
So 07.11.
18:00 Uhr
  • with English surtitles
Mo 08.11.
19:30 Uhr
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
  • with English surtitles
Fr 26.11.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
Sa 27.11.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
So 28.11.
18:00 Uhr
  • mit Audiodeskription
  • with English surtitles
Fr 03.12.
19:30 Uhr
  • 17.00 Workshop
  • with English surtitles
Sa 04.12.
19:30 Uhr
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
  • Zum 25. Mal
  • with English surtitles
Fr 31.12.
18:00 Uhr
  • with English surtitles
Sa 01.01.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
So 02.01.
18:00 Uhr
  • with English surtitles
Großes Haus
3 Std
1 Pause
Premiere
#BEdreigroschenoper

Mit ihren legendären Songs und einer ebenso unverschämt wie klug im Hinblick auf Sozialkritik umgearbeiteten, im Kern trivialen Geschichte um Liebe, Verrat, Geschäft und Moral wurde die 1928 an diesem Theater uraufgeführte "Dreigroschenoper" über Nacht zu einem weltweiten Überraschungshit. "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral", lauten die berühmten Zeilen – doch wer im Wohlstand lebt, lebt zwar angenehm, ist aber noch lange nicht gut. So haben Mackie Messer, Peachum und Co notgedrungen vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn ohne Skrupel durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern oder gar zu beschönigen. Denn wer wäre nicht gern gut?
 
In Barrie Koskys Lesart wird die "Dreigroschenoper" zu einer Großstadtballade über Menschen, die in einer funktionalen, nüchternen Welt ihr Glück suchen. Das würde zunächst damit beginnen, dass man nicht ständig befürchten muss, übervorteilt zu werden oder zu kurz zu kommen. Doch eben das ist in der Welt, die Brecht beschreibt, nicht der Fall. Im Gegenteil. Die Angst vor dem Absturz lauert im System, das keine Regeln, sondern nur Gewinner:innen oder Verlierer:innen kennt: Zerrspiegel des totalen Kapitalismus. So sind es bei Brecht nicht menschliche Untugenden, die gesellschaftliche Missstände erzeugen, sondern umgekehrt. Um daraus jedoch entsprechende Schlüsse zu ziehen und an den Verhältnissen grundsätzlich etwas zu ändern, sind die Figuren zu sehr damit beschäftigt, anderen und sich selbst etwas vorzuspielen. Gespielt wird mit gängigen, bis zum Klischee geronnenen Vorstellungen von der einmaligen Liebe als romantische Zweierbeziehung, mit Ideen von ewiger Freundschaft, von familiärer Fürsorge und von Mitleid als unabdingbare Voraussetzung für den Kampf gegen Unrecht; mit Versatzstücken aus dem Melodram, aus moralischen Rührstücken, aus Groschenromanen, aus dem Singspiel, der Oper, der Operette und vielem mehr. Die Autoren haben sich damit einerseits einen großen theatralen Spaß erlaubt und gleichzeitig erzeugt dieser ganze falsche Schein viel Einsamkeit, in manchen Fällen vielleicht so etwas wie "splendid isolation", in anderen führt der Weg eher ins Dunkel, in all die gesellschaftlichen Bereiche, die ausgeschlossen werden. Brecht gelingt das Kunststück, über soziale Kälte zu erzählen, ohne die Figuren herzlos erscheinen zu lassen. Ihr Verlangen nach Sicherheit, Nähe und Verbindlichkeit bleibt vor allem dadurch präsent, dass es sich nicht erfüllt – und durch die unvergessliche Musik von Kurt Weill.
 
Barrie Kosky, dem Berliner Publikum als Chefregisseur und Intendant der Komischen Oper bekannt, übernimmt die fünfte Inszenierung der "Dreigroschenoper" an diesem Theater. Er hat sich unter anderem auch mit seiner Lust an zeitgenössischer und frecher Unterhaltung einen Namen gemacht. Kosky gehört zu den gefragtesten Opernregisseure der Gegenwart. Engagements führten ihn rund um die Welt. Unter der Intendanz von Oliver Reese inszenierte er auch am Deutschen Theater sowie am Schauspiel Frankfurt.

Besetzung & Regieteam

als Mackie Messer
als Polly Peachum
als Jonathan J. Peachum
als Celia Peachum
als Tiger-Brown
als Lucy Brown
als Spelunken-Jenny
als Der Mond über Soho
als Filch/Smith/Bandit und Hure
als Filch/Smith/Bandit und Hure
als Filch/Smith/Bandit und Hure
als Mond über Soho (Double)
als Bandit/Hure
als Bandit/Hure
als Bandit/Hure
als Bandit/Hure
als Bandit/Hure
 

Pressestimmen

10 Pressestimmen

"Ja, darauf haben wir zu Recht so lange gewartet: Auf diesen Paukenschlag, auf dieses Glitzern. Diesen Einfallsreichtum, diese überbordende Spiellaune. Spot on, die Theatermaschine läuft wieder: Am Berliner Ensemble inszeniert Barrie Kosky Brechts 'Dreigroschenoper' und schenkt der Theaterhauptstadt einen neuen, rasanten Renner."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Eine fulminante, radikal entrümpelte Neudeutung von Brecht/Weills 'Dreigroschenoper'."

Berliner Zeitung

"Das Berliner Ensemble hat wirklich einen neuen Hit gelandet."

Deutschlandfunk Kultur

"Nico Holonics ist die ideale Besetzung für diesen Mackie Messer: Er kann wunderbar einen Typen spielen, der rau ist, brutal, und gleichzeitig sexy und liebevoll."

RadioEins

"Die Kosky'sche Neuauflage der Dreigroschenoper wird dem BE, genau wie damals Ende der 1920er-Jahre, einen neuen Kassenschlager bescheren."

RBB 24

"Regisseur Barrie Kosky ist mit einem famosen Ensemble eine eindrucksvolle Produktion gelungen."

Märkische Oderzeitung

"Ein phänomenaler Theaterabend."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Mit ihrem zündelnden Mackie haben Kosky und Holonics überhaupt eine Interpretation dieser Figur vorgelegt, wie sie kaum Vorgänger haben dürfte. Ein Nachtschattengewächs mit schwarzumrandeten Augen und dicken Ringen an den Fingern, offenkundig dauerdruff in dürftiger Zeit. Holonics spielt ihn als Alphatier, zerstörerisch und charmierend, irre und witzig, speichelnd und schwitzend."

Nachtkritik.de

"Den Schauspielern des Berliner Ensembles beim Singen zuzuhören ist – kurz gesagt – ein Ereignis."

Neues Deutschland

"Mit dieser hellen, burlesken, erfrischend aufgeräumten Inszenierung ist Barrie Kosky eine grandiose Dreigroschenoper gelungen, von der Berlin noch lange träumen wird."

Märkische Oderzeitung

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